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Inhalt

Im Seminar soll es um das Spannungsfeld gehen, in dem die Mitarbeiter*innen täglich zwischen der Beachtung des Selbstbestimmungsrechts und den Forderungen der Fürsorgepflicht entscheiden und entsprechend handeln müssen. Sie haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie eine Handlung unterlassen oder nur in Teilbereichen durchführen, sehen aber auch das Recht des Bewohners, durch ein "Nein" bei einem Angebot Ablehnung zu signalisieren. Dies ist umso schwerer, wenn der Bewohner*innen eine ansonsten geforderte oder empfohlene Maßnahme ablehnt oder Angehörige andere Vorstellungen darüber haben, was richtig oder falsch ist, als der/die Bewohner*in. Hier gilt es den richtigen Weg zwischen Gefahrenabwehr und Beachtung juristischer Rahmenbedingungen zu finden. In dieser Fortbildung soll es um die Grundlagen für eine richtige Entscheidung, um Erfordernisse in der Teamarbeit und in der Dokumentation und im Umgang mit den Angehörigen gehen.

Ziele: Die Teilnehmer*innen:
- kennen das Selbstbestimmungsrecht des Menschen als hohes Gut aus dem Grundgesetz und aus anderen Gesetzen, Richtlinien, Verfahrensanweisungen und anderen Vorgaben,
- verstehen die Fürsorgepflicht als Gegenpol, kennen Grenzen und Möglichkeiten, diese zu beachten,
- kennen die Prozesse der erforderlichen Analyse, Prüfung und Gewichtung der versch. Handlungsmöglichkeiten, den Aushandlungsprozess,
-  wissen, welche weiteren Prozesse anzuwenden sind, wenn eine Gefahr vom Bewohner nicht abgewendet werden kann
- kennen die Erfordernisse an die Dokumentation

Inhalte:
- Aufgaben der prof. Versorgung in einer Einrichtung (Pflege und Betreuung)
- Was muss getan werden? Was ist zu unterlassen? (Das Selbstbestimmungsrecht als juristische Kategorie, die Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen
- Inhalte und Aussagen im WTG (Wohn- und Teilhabegesetz), Inhalte und Aussagen in den versch. Expertenstandards
- Anforderungen an die versch. Prüfprozesse innerhalb der professionellen Pflege- und Betreuungsplanung
- Welche weiteren Prüfprozesse gibt es? (Pflegevisiten, Fallbesprechungen, Ethische Fallbesprechungen)
- Wer muss informiert werden?
- Bearbeitung von Fällen

Besonderheit: Die Teilnehmer*innen werden gebeten eine kopierte Planung (SIS, Handlungsplanung, Pflege- und Betreuungsbericht über 2-4 Wochen, ggf. Fallbesprechungsprotokoll) von einem/r Bewohner*in, bei dem/der es ggf. Abwehr- oder Ablehnungshandlungen („Nein“) gibt, mitzubringen.


Termin(e)

Mi. 23.11.2022, 09:00 - 16:00 Uhr


Gebühren

145,00 €

Anmeldeschluss:
09.11.2022


Dozent*in

Dr. Phil. Angela Löser


Kursort(e)

  • AWO Seniorenzentrum Altes Rathaus, Voerde
    Frankfurter Str. 367
    46562 Voerde


Datum Zeit
Mi. 23.11.2022 09:00 - 16:00 Uhr